Frauenfokus 2001 Küng und die vereinzelten Tragödien

14) Ein christlicher Theologe und die "Ehetragödien"

Auch der Theologe Küng gehört zu den Schönrednern des islamischen Rechts. Wenn er etwa in einem Vorwort zu einer Broschüre "Muslime unter Uns. Islam in der Schweiz“, Luzern 1991 sich gleich im ersten Satz gegen Bücher wendet, "die ihr Geschäft mit der Angst oder einer vereinzelten Ehetragödie machen".

An welche "vereinzelten" Tragödien unter millionenfacher Fraueneinsperrung, koranlegitimierter ehelicher Gewalt (Frauen schlange und vergewaltigen legal) und ungezählten Ehrenmorden in islamischen Ländern denkt der Theologe da wohl? Unwissenheit ist dem Manne nicht nachzusagen, die "Kultur" der Zwangsehe dürfte ihm bekannt sein. Der Satz ist schlicht zynisch. Die gesamte Gewalt gegen Frauen im Namen dieser Religion verschweigt der Gelehrte. Das patriarchale "Weltethos" wird's schon richten. Was damit gemeint ist, können wir uns vorstellen, wenn wir erfahren, dass von "vereinzelten" Tragödien kein Aufhebens gemacht werden soll.

Auch die beiden Schweizer Verfasser der oben genannten Broschüre stört die Unterwerfung der Frauen nicht im geringsten. In schöner Unverblümtheit teilen sie mit, dass Männer gegenüber den Frauen laut Koran "Vollmacht haben".

An welche "vereinzelten" Tragödien unter millionenfacher Fraueneinsperrung, koranlegitimierter ehelicher Gewalt (Frauen schlange und vergewaltigen legal) und ungezählten Ehrenmorden in islamischen Ländern denkt der Theologe da wohl? Unwissenheit ist dem Manne nicht nachzusagen, die "Kultur" der Zwangsehe dürfte ihm bekannt sein. Der Satz ist schlicht zynisch. Die gesamte Gewalt gegen Frauen im Namen dieser Religion verschweigt der Gelehrte. Das patriarchale "Weltethos" wird's schon richten. Was damit gemeint ist, können wir uns vorstellen, wenn wir erfahren, dass von "vereinzelten" Tragödien kein Aufhebens gemacht werden soll.

Sie wissen auch: "Die Frau soll ihrem Mann sexuell zur Verfügung stehen." Dazu zitieren sie Sure 2,223. Sie finden diese Ungeheuerlichkeit nicht des leisesten Kommentars für bedürftig, sondern wiegeln sofort ab durch Hinweise auf das frühere Schweizer Recht. So versuchen sie, das krass dikriminierende Erbrecht damit zu relativieren, dass es die Witwen gleich behandle wie das alte Schweizer Eherecht. Als machte das die Sache besser. Vielleicht ist es ja das neuere Schweizer Patriarchat, das in ihren noch ungebrochen Köpfen steckt und ihnen das islamische so vertraut macht.
Die Polygynie sei eher ein Zugeständnis an die soziale Wirklichkeit zur Zeit Mohammeds, schreiben sie einfältig, und verschweigen sorgfältig, dass sie noch heute islamweit praktiziert wird. Treuherzig versichern sie, der Mann könne nicht zu seinem Vergnügen einfach eine jüngere Frau heiraten, und zitieren dazu aber:

"...heiratet, was euch an Frauen beliebt. Wenn ihr aber fürchtet, sie nicht gleich zu behandeln, dann nur eine."

So als ob letzteres die beliebige Verfügungsmacht des Mannes über eine, zwei, drei, vier Frauen einschränke. Dass die Frau dagegen keinen Einspruch erheben kann, interessiert die Verfasser nicht. Zu heiraten, was ihm an Frauen beliebt, scheint für sie eine Art soziales Verhalten des Mannes zu sein, Sorge für arme Waisenmädchen. So kann mann das Mannesvergnügen an der Sexualsklaverei ja auch drehen.

Die Frau sei für die Mutterschaft geschaffen. "Eine Matte in einem Winkel des Hauses ist besser als eine Frau, die nicht gebiert", zitieren sie, um die Hochschätzung der Mutterschaft zu unterstreichen. Gebärzwang gleich Hochschätzung.
"Von Muslimas, die die Verhältnisse in der Schweiz gut kennen, wird immer wieder darauf hingewiesen, dass die Gleichheit von Mann und Frau von den Schweizer Gesetzen und der Bundesverfassung postuliert wird, aber die Realisation zu wünschen übrig lässt."

Wie sehr die Scharia zu wünschen übrig lässt, darüber verlieren sie kein Wort. Und dazu lassen sie auch keine Ex-Muslima zu Wort kommen, die dagegen protestiert, wie etwas verfolgte Frauen aus dem Iran, die wissen, wovon sie reden.
Freilich kommt die Schweizer Rechtsprechung bereits dem islamischen Recht entgegen. Vor einigen Jahren gab das Bundesgericht in Lausanne einem moslemischen Vater Recht, der seiner Tochter den Schwimmunterricht verbat. Die Meinung der Mutter wurde erst gar nicht berücksichtigt, denn sie war für den  Unterricht, wie auch die Tochter. Aber das patriarchale Gericht gab dem Vater Recht gegen die Schweizer Verfassung. Dieses Urteil zeigt, wo's lang geht nach Scharia, auch in der Schweiz.
 

Auch die Existenz von Frauenhäusern wird herangezogen, um die Ungleichstellung der Frauen im Islam zu relativieren. Nur ist das Verprügeln der Ehefrau nach hiesigem Recht ein Delikt, und die westliche Kultur verfügt nicht über ein heiliges Buch, das die Gläubigen auffordert:

"Und wenn ihr fürchtet, dass eure Frauen sich auflehnen, so vermahnt sie, meidet sie im Ehebett und schlagt sie." (Sure 4/34)

Das Schönreden barbarischer Bräuche im Namen der Religion ist eine weit verbreitete Übung in vorauseilendem Gehorsam. So heisst es verharmlosend:
"Dass die Rollen von Frau und Mann verschieden sind, streitet niemand ab."

Dass mann das Recht hat, Frauen einzusperren bis zur totalen Segregation, zur Geschlechterapartheid, wird allerdings von vielen Frauen bestritten. Hier wird mal wieder Entrechtung mit Unterschieden begründet,  die nicht bestritten werden. (Die Rollen von Juden und deutschen waren unter den Nazis auch verschieden.)

Die Verfasser können nicht abstreiten: 
"Zum Schutz der Familienehre werden auch heute noch die Mädchen von ihren Eltern möglichst früh verheiratet."
In der Scharia ist nicht von Eltern die Rede, sondern nur von Vätern und vom Vormund des Mädchens. "Ein mehr oder weniger deutliches Drängen" dürfte doch normal sein, meinen die Gemütsmenschen, die die Verbrechen der Zwangsehe mit allen Mitteln zu verharmlosen suchen. Nicht die Ehe mit freier Partnerwahl sei das Normale, sondern die arrangierte Ehe. Die "im Westen übliche "Liebesehe", die in vielen Fällen vor dem Scheidungsrichter ende, werde "in östlichen Ländern" nicht verstanden.

Wie die Zwangsehe von den Mädchen verstanden wird, die sich ihr durch Selbstmord zu entziehen suchen, ist diesen Männern kein Begriff.  Eine wahrlich warmherzige Verteidigung des kriminellen Terrors der Zwangsehe. Dass letztere auch weniger leicht geschieden werden kann von Seiten der Frau, ignorieren die Verfasser dieser  Sexuzelterrorverniedlichungsbroschüre. Was der Frau in "östlichen Ländern", sprich islamischen, blüht, wenn sie die Scheidung sucht aus unerträglichen Gewaltverhältnissen, darüber gibt der Bericht von Amnesty International über die Ehrenmorde Aufschluss.

Zudem behaupten diese Burschen wider besseres Wissen, dass Liebesehen in den "östlichen Ländern", sprich islamischen Ländern nicht verstanden würden. Sie werden sehr wohl verstanden, und zwar von allen Frauen, die einen Mann ihrer Wahl heiraten wollen, sich heimlich mit einem Freund treffen  und deswegen ermordet werden. Aber die Meinung der ermordeten Frauen zählt nicht für die Verfasser.

Die Erziehung sei "geschlechtsspezifisch", heisst es verharmlosend. Die Mädchen müssen lernen, sich "zu bedecken", es solle "dem Mädchen bewusst gemacht werden, dass seine Bestimmung als Frau nicht darin liegt, sich als Sexualobjekt...zu demonstrieren..." Klingt geradezu so, als werde die Frau besonders respektiert. Worin liegt denn die Bestimmung als Frau, wenn eine Fussmatte mehr wert ist als eine Frau, die nicht gebiert, wenn eine Frau ein Acker ist, den der Mann bestellen kann sooft er will und wie er will, - wenn die Frau, die sich auflehnt, geschlagen werden darf und soll? Was ist das anders als die Reduktion der Frau auf ein Sexualobjekt zur Verfügung des Mannes?

Als was werden die Frauen angesehen, die sich nicht von Kopf bis Fuss bedecken?

Die Scharia macht ganz klar, was die Bestimmung der Frau ist. Die "islamische Nation zu vermehren."

Dass der Islam die grösste Wachstumsrate vorzuweisen habe, wissen die Verfasser. Dass das mit der Stellung der Frauen zusammenhängt, wollen sie nicht wissen. Denn sie haben an den Menschenrechtsverletzungen gegen Frau nicht das Geringste auszusetzen.
 

Die Frage des Kopftuchs wird natürlich aus der Sicht jener Frauen behandelt, die es "freiwillig" tragen. Kein Wort über den Terror gegen jene, die es wagen, sich dagegen aufzulehnen, etwa in Algerien. Kein Wort über die Frauen, denen es in die Stirn genagelt wurde.

Dass auch unter massiv Unterdrückten sich eine Akzeptanz des status quo findet, zeigt die Meinungsumfrage unter Ägypterinnen (s.o.), die zu grossen Teilen ihre erniedrigte Stellung (Prügel in der Ehe kein Scheidungsgrund) akzeptiert hatten, mangels Alternative. Aber Menschenrechtsverletzungen sind Menschenrechtsverletzungen, auch wenn sie von den Entrechteten selbst noch verteidigt werden. Man frage einmal die anderen, die nicht gehorchen, zum Beispiel die moslemischen Frauen, die aus einem islamischen Land geflüchtet sind.

9.7.10 20:38

Letzte Einträge: Frauenfokus 2001 Frauenmord straffrei, Frauenfokus 2001 Steinigungen im Iran, Frauenfokus 2001 Ehrenmorde in Pakistan

bisher 0 Kommentar(e)     TrackBack-URL