Frauenfokus 2001 Steinigungen im Iran

12) Zu Tode Steinigen im Iran

Ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit unter dem Mullah-Regime

Die Steinigung ist schon vor dem Islam praktiziert worden in arabischen Ländern, aber sie findet nur in islamischen Ländern statt, wo die Scharia herrscht, das islamische Recht.

Im Iran ist Steinigung die Todesstrafe nach Mullah-Art.

  • "Die Verurteilten werden von Kopf bis Fuss in weisse Tücher gewickelt und bis zu den Hüften eingegraben. Dann beginnt das Steinigen. Die Steine werden speziell ausgewählt, so dass sie gross genug sind, um Schmerzen zu verursachen, aber nicht so gross, um den Verurteilten sofort zu töten. Sie garantieren den Opfern einen langen qualvollen Tod.  Manchmal werden ihre Kinder gezwungen zuzuschauen. Das Vergehen ist gewöhnlich Ehebruch." (Washington Post)

Meistens werden Frauen gesteinigt (oft Prostituierte). Wenn sie Mütter sind, müssen ihre Kinder oft von Gesetzes wegen der Grausamkeit zuschauen., Artikel 83 des Strafgesetzes, genannt das Gesetz von Hudud sieht für Ehebruch Auspeitschen vor (100 Peitschenhiebe), für Unverheiratete beiderlei Geschlechts.

Auch das Auspeitschen ist eine Strafe, die schwere Körperverletzungen mit sich bringt. So wurde eine Frau in Teheran, die sich von einem Kollegen im Wagen nach Hause bringen liess, von den Religionswächtern aufgegriffen und ausgepeitscht Sie verlor dabei ein Auge. (>Renate Golombek)

Verheiratete Ehebrecher können gesteinigt werden unabhängig von ihrem Geschlecht., aber die Methode, die für einen Mann vorgeschrieben ist, besagt, dass er bis zur Hüfte eingegraben wird, und für eine Frau bis zum Hals (Artikel 102) 

Artikel 104 des Gesetzes von Hudud sieht vor, dass die Steine nicht so gross sind, dass eine Person nach zwei Steinwürfen stirbt, und nicht so klein, dass sie Kieselsteine sein könnten, sondern sie müssen schwere Verletzungen bewirken. Das bezweckt einen langsamen qualvollen Tod.

Das Regime legt offensichtlich Wert darauf, dass keine Filme über die Steinigungen an eine internationale Öffentlichkeit gelangen. Seit seiner Amtsübernahme im Mai 1997 verkündet Khatami, er wolle sicherstellen, das Gesetz und Ordnung herrschen im Iran. Auf die Steinigung trifft das sicher zu.

Während in deutschsprachigen Blättern so gut wie nichts darüber zu lesen ist, berichtete Associated Press am 26.1097:

  • TEHRAN - Three men and three women have been stoned to death in public in northern Iran after a court found them guilty of adultery and prostitution, a newspaper reported Sunday.

Khatami unternahm nicht gegen diese öffentliche Steinigung, die von ortansässigen Bürgern einer Stadt nahe dem Kaspischen Meer durchgeführt wurde. Sein Kabinett unterstützt weiterhin den barbarischen Akt.

Ata'ollah Mohajerani, der Kulturminister des Regimes:

  • "Ohne Zweifel müssen wir alle islamischen Vorschriften verteidigen. Was das Steinigen angeht, gibt es einen Koranvers, der sagt, dass eine Gruppe von Gläubigen Zeugen sein sollen. In dieser Hinsicht gibt es eine Debatte, ob die Steinigung in aller Öffentlichkeit stattfinden soll oder ob sie in Gegenwart einer begrenzten Zahl von Gläubigen an einem abgegrenzten Ort stattfinden soll."

Der Minister für Kultur führte aus:

  • "Wir sollten die Interessen unseres Landes im Auge halten in einer offenen Atmosphäre internationaler öffentlicher Beziehungen Wäre es in unserem Interesse, wenn ein Akt der Steinigung gefilmt würde und im Ausland vorgeführt? Wenn nicht, dann sollten wir darauf bedacht sein, das Urteil vor einer kleinen Menge von Gläubigen zu vollstrecken, um einer öffentlichen Reaktion zuvorzukommen." Nach Daily Ressalat, 9.4.98

Das Steinigen von Frauen im Iran Seit Beginn der Mullah-Herrschaft wurden Hunderte von Frauen verschiedensten Alters zu Tode gesteinigt und werden es noch immer. Aus dem Bericht des UN-Beauftragten für den Iran geht hervor, dass die Behörden versuchen, die Tatsache der Steinigung herunterzuspielen, so als komme sie nur in abgelegenen und rückständigen Gegenden vor. In Wirklichkeit ist das Regime für diese Terrorakte verantwortlich.

Grausame Strafen und die Todesstrafe finden aufgrund von Gesetzen der islamischen Republik statt. Es gibt auch eine gesetzliche Bestimmung, wonach ein Steinigungsopfer, dem es noch gelingt, sich zu befreien (Männer bis zu den Hüften, Frauen bis zum Hals eingegraben), frei sein soll. Die Frau hat praktisch keine Chance zu entkommen.

Der Iran hat das Internationale Abkommen über zivile und politische Rechte unterzeichnet: Artikel 6 (2) heisst:

  • "Die Todesstrafe kann nur für die schlimmsten Verbrechen gemäss dem Gesetz verhängt werden, das zur Zeit, als das Verbrechen begangen wurde, in Kraft war."

Interessanterweise schliessen Delikte, für die das Gesetz von Hudud die Todesstrafe vorsieht, nicht Mord oder schwere Körperverletzung ein. Aber Ehebruch ist in den extrem patriarchalen islamistischen Gesellschaften ein schweres todeswürdiges Verbrechen.

Das oberste Gericht in Teheran ist für alle Hinrichtungsbefehle und Steinigungsurteile zuständig. Sie bedürfen seiner Zustimmung, egal wo sie erlassen worden sind. Das Regime kann also nicht die Verantwortung dafür zurückweisen.

Wenn es einer Frau einmal wunderbarerweise gelingt, sich während der Steinigung zu befreien, wird sie wieder eingefangen und erschossen. Hier hält man sich also nicht an das "Gesetz". Am 10. August 1994 gelang es einer Frau in Arak, deren Kinder bei der Steinigung zusehen mussten, sich zu befreien, nachdem ihr schon beide Augen ausgeschlagen waren. Als sie wegrennen wollte, fingen die Wächter des Regimes sie wieder ein und erschossen sie. Dasselbe gelang 1989 einer Frau in Qom, mit demselben Ausgang. Der oberste religiöse Richter von Qom, Mullah Karimi, rechtfertigte den Mord gegenüber der Zeitung Ressalat newspaper:

  • "Im allgemeinen fordern gesetzliche und religiöse Bestimmungen über eine Person, die zur Steinigung verurteilt wird, ihre Steinigung, wenn ihre Schuld aufgrund von Zeugenaussagen bewiersen ist. Selbst wenn sie mitten in der Durchführung der Steinigung entkommen sollte, muss sie zurückgebracht und zu Tode gesteinigt werden."

Es gibt noch weitere Brutalitäten neben der Steinigung. So wurde zum Beispiel im Mai 1990 in Neyshabour (Nordost-Iran) eine Frau, die des Ehebruchs angeklagt war, von einem zehn Stock hohen Gebäude gestürzt. Die Exekution wurde öffentlich durchgeführt.

Innerhalb Irans werden die Hinrichtungen gross verkündet, im Ausland werden sie schlichtweg abgestritten. So antwortete Rafsanjani in einem Interview mit "Le Figaro" vom 10. September 1994, auf die Frage "Werden Frauen, die des Ehebruchs angeklagt sind, gesteinigt im Iran?" mit:

  • "Nein, solche Dinge gibt es nicht im Iran. So etwas wird fabriziert, um uns zu schaden."

Auch die von Khatami zur Vize-Präsidentin ernannte Massoumeh Ebtekar, vermeidet es, sich zur Steinigung zu äussern. Von ausländischen Medien befragt, streitet sie die Verantwortung der Regierung dafür ab.

Während des Freitagsgebets im Mai 1998 in der Provinzhauptstadt von Kermanshah (der grössten Stadt in Westiran) hatte Mullah Zarandi das Folgende zu sagen zur Notwendigkeit, Steinigungen durchzuführen:

  • "Die Sicherheitskräfte müssen mehr Präsenz zeigen in der Gesellschaft. Um ein Exempel zu statuieren für andere, sollte die Gerichtsbarkeit auch einige von denen, die gewählt werden, zu den städtischen Plätzen bringen und ihre Hände amputieren. Sie sollten auch eine Reihe von Steinigungen erleben. Ich verspreche, dass die Gesellschaft verbessert wird“.

Amnesty International berichtet vom Fall einer Frau im Iran, die am 11. August 1997 öffentlich gesteinigt und für tot gehalten wurde. Sie erwachte in der Leichenhalle und wurde in ein Krankenhaus gebracht. Amnesty setzte sich dafür ein, dass sie nicht ein zweites Mal gesteinigt wurde. Ihr weiteres Schicksal ist uns nicht bekannt.

PROSTESTE GEGEN STEINIGUNEN UND ANDERE TORTUREN AN:

1) Leader of the Islamic Republic His excellency Ayatollah Sayed Ali Khamenei

  • The Presidency,
  • Palestine Avenue Azerbaijan Intersection,
  • Tehran, Islamic Republic of Iran

Telegrams:

  • Ayatollah Khamenei,
  • Tehran Iran
  • Faxes: + 98 21 650203 (via Interior Ministry, ask for fax to be forwarded)
  • Salutation: Your Excellency

2) President Hojjatoleslam val Moslemin Sayed Mohammad Khatami

  • The Presidency,
  • Palestine Avenue Azerbaijan Intersection,
  • Tehran, Islamic Republic of Iran

Telegrams:

  • President Khatami,
  • Tehran Iran
  • Faxes: + 98 21 67490 (via Foreign Affairs, ask for fax to be forwarded)

Salutation: Your Excellency

___________________ 

Nach einem Bericht von Amnesty International, International Secretariat, 1 Easton Street, London WC1X8DJ, UK

Tel: (44)(171) 413 5500 Fax: 956 1157

Telegrams: Amnesty London WC1 Telex: 28502

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In Nigeria wo kürzlich Demonstrationen für die Einführung der Scharia im ganzen Land stattfanden, werden auch vergewaltigte Mädchen und Frauen gesteinigt, wenn sie die Vergewaltigung anzeigen, wie kürzlich ein Mädchen es tat, das nach der Vergewaltigung schwanger wurde. Es soll gesteinigt werden. (Marburger Zeitung 5.11.01) Ähnliche Verbrechen werden in Pakistan begangen . Unruhen waren ausgebrochen, als in dem religiös gemischten Bundesstaat Kaduna mit einem 40-prozentigen Anteil von Christen die Scharia eingeführt werden sollte.

9.7.10 18:31

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