Frauenfokus 2001 Islam bedroht die Ffrauenrechte

7)Wachsender Fundamentalismus bedroht Frauenrechte
Ägypten und Türkei

Auch Musliminnen in Europa fühlen sich vom wachsenden Fundamentalismus bedroht, insbesondere durch die Zwangsheirat. Dies war mit ein Grund zur Errichtung des neuen Referats "Frauenrechte in islamischen Gesellschaften" von Terre des Femmes in Deutschland.

In Köln koordiniert die gebürtige Iranerin Mina Ahadi ein internationales Netzwerk gegen Steinigung.

Was herauskommt, wenn Frauen im Namen des Islam westliche Einflüsse bekämpfen, zeigt das Beispiel einer Dekanin für Gesetzeswissenschaften an der Mädchenabteilung der Al-Azhar-Universität in Kairo, die die uneingeschränkte Einführung der Scharia fordert (NZZ 24.11.01):

  • Heute gelte in Ägypten eine uneinheitliche Bestrafung für Unzucht, (Gefängnis). Die Scharia würde "mit der Erteilung der Todesstrafe für Verheiratete und hundert Peitschenhieben für Ledige nicht nur die Schwere dieses Verbrechens (!) berücksichtigen, sondern auch Mann und Frau gleich behandeln. "

Gleichheit auf islamistisch - gleiches Recht auf Steinigung. Freilich herrscht auch bei der Steinigung keine Gleichheit. Die Frau wird bis zum Kopf eingegraben, damit sie nicht entfliehen kann. Es gibt kein Entrinnen.

Es ist die Stellung der Frauen, an der sich der Grad der Zivilisiertheit einer Gesellschaft ablesen lässt. Angesichts der gravierenden Menschenrechtsverletzungen durch die Scharia, das islamische Recht, dessen Durchsetzung die Islamisten weltweit fordern, ist Widerstand angezeigt.

Modernes Gesetz und orientalische "Bräuche" im laizistischen Staat - Türkei

Das türkische Parlament verabschiedete im November 2001 ein modernes Zivilgesetz, wonach der Mann nicht mehr das "Oberhaupt" der ehelichen Gemeinschaft ist. Er bestimmt auch nicht mehr allein den Wohnort. Das gemeinsam erworbene Vermögen wird bei Scheidung gleichmässig aufgeteilt und die Frau kann neben dem Namen des Mannes ihren Mädchennamen weiter tragen. "Willkommen, Zivilisation!" schrieb der linksliberale "Radikal" dazu.

Die Gesetzesänderung erfolgte im Zusammenhang mit der Annäherung an die EU und wurde in der Bevölkerung kaum debattiert und von den auflagenstarken Zeitungen nicht kommentiert.

1923 hatte Atatürk die Scharia abgeschafft und 1926 eine leicht veränderte Fassung des Schweizer Zivilgesetzbuches übernommen. Damit wurde zum ersten Mal in einer muslimischen Gesellschaft die Monogamie eingeführt. Gleichwohl wird die Polygamie bzw. Polygynie im Südosten des Landes noch praktiziert. Allein in der südostanatolischen Provinz Shirt gab es Anfang 2001 noch 4264 "offiziell nicht registrierte" Ehen, d.h. Zweit- und Drittehen, die nur vor einem Imam geschlossen werden. Die nicht registrierten Frauen haben bei Scheidung oder Tod des Mannes keinerlei Rechte. Ebenso die Kinder aus polygamen Verbindungen. Sie erhalten durch das neue Gesetz gleiche Rechte wie die Kinder aus registrierten Ehen.

Einschneidend dürfte auch die Heraufsetzung des Heiratsalters für beide Geschlechter auf 18 Jahre sein. Bisher galt für Männer 17 Jahre und für Mädchen 15 Jahre. Bleibt zu hoffen, dass hiermit auch der Unsitte unter Migranten, ihre minderjährigen Töchter zwecks Zwangsverheiratung in die Türkei zu schicken, Einhalt geboten werden kann.

Auch 75 Jahre nach Atatürk hat sich an den orientalischen "Gebräuchen" in den rückständigen ländlichen Gebieten mit starker Zuwanderung in die Städte nichts geändert. Für die Islamisten, die einen starken politischen Machtfaktor auch im kemalistischen Staat darstellen mit wachsendem Einfluss in seinen Institutionen, steht das Verbot der Monogamie wie auch das neue Güterrecht im Widerspruch zum Koran.

Ein verbreiteter "Brauch" wird vom neuen Familienrecht nicht berührt: Jahr für Jahr werden mindestens Dutzende von Frauen ermordet aus Gründen der sogenannten "Familienehre". Gemeint ist die "Ehre" des Vaters, des Ehemannes oder des Sohnes. Das Strafgesetzbuch gewährt den Tätern faktisch Straffreiheit. Der Mann, der eine Frau wegen der "Familienehre" umbringt, muss nur ein Achtel der Strafe für Mord absitzen. Das Zivilgesetz tangiert dieses Gesetz nicht.

Ein Strafrecht, das mit der mörderischen "Familienehre" aufräumen würde, ist noch nicht in Sicht. Ob das deutsche Strafrecht dem einen Riegel schieben wird oder weiterhin Täter freispricht (s.o.), bleibt abzuwarten.

Es gibt laut Terre des Femmes jährlich 5000 sog. Ehrenmorde an jungen Frauen in der islamischen Welt. Die Dunkelziffer dürfte weit höher sein

9.7.10 17:37

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