Frauenfocus: islamisches Recht im Rechtsstaat

  • Frauenfokus 2000/2001 
  • 4) Islamrecht in Europa
  • Islamisches Recht im Rechtsstaat

In Österreich wird schon islamisches Recht angewendet in muslimischen Kreisen. Es kommt vor allem beim Familienrecht zur Anwendung. Moslemische Männer beanstanden dort, dass die Justiz zu "frauenlastig" sei. Es gebe zu viele Richterinnen! Man will das männerlastige islamische Recht auch in der Demokratie durchsetzen. Daher erscheinen viele Scheidungsfälle gar nicht mehr vor einem ordentlichen Gericht, sondern werden islamintern geregelt durch die eigenen Glaubensautoritäten. Das heisst für die Frauen Scheidungsverhinderung oder die Durchsetzung rein männerorientierter Scheidungsregelungen. Die Frauen dürfen also nicht vor einem Gericht erscheinen, das ihre Interessen berücksichtigt. Vgl. dazu Schmied, Martina: Familienkonflikte zwischen Scharia und bürgerlichem Recht, 1999. Die Verfasserin übt keinerlei Kritik an der Scharia und erblickt in der internen Regelung nach islamischem Recht ein "positives Konfliktlösungspotential! Und das, obwohl sie weiss, wie extrem männerorientiert diese "Konfliktlösungen" sind. So schreibt sie selbst:


  • "Es darf aber nicht übersehen werden, dass dieses System der privaten Konfliktlösung ausschliesslich von den Männern der Gemeinschaft getragen wird. Das heisst wenn überhaupt spricht der Mann in der Moschee mit Freunden über seine familiären Probleme. Sein Ansprechpartner ist der Vorbeter, somit wieder ein Mann. Dieser wendet sich in der Regel an einen männlichen Verwandten der Frau, und nur wenn ein solcher nicht vorhanden ist, an sie selbst.
    Frauen hingegen suchen, wenn sie keinen familiären Rückhalt haben, eher Familienberatungsstellen, Jugendämter und Gerichte auf. Von diesen Institutionen erwarten sie dann jenen 'Schutz' durch eine amtliche Autorität, den sie im privaten Bereich vermissen
    ."
     

Die Frau hat offenbar alle Gründe, den Schutz der Gerichte und staatlichen Institutionen (was ist mit den Frauenhäusern?) zu suchen, wenn sie derart von männlichen Verwandten, die sie kontrollieren, umringt ist. Welches positive "Konfliktlösungspotential" für die Frau in der Scharia liegen soll, bleibt unerfindlich. Welche Strafsanktionen die Scharia bei "Unzucht" vorsieht, verschweigt die Verfasserin. Es dürfte wohl allzu offensichtlich gegen den "ordre public" verstossen.
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In England, wo es eine weit fortgeschrittene kulturelle Segregation der ethnischen Gruppen gibt, hat der Innenminister Blunkett die "Traditionen" kritisiert, die Verbrechen gegen Mädchen und Frauen darstellen. So "die vielfach mit brutalen Mitteln erzwungene Verheiratung von Mädchen an Partner, die die Eltern ausgesucht haben, sowie die an kleinen Mädchen vollzogene Klitoridektomie" (NZZ 12. 12.01). Die Neue Zürcher Zeitung nennt diese Kritik einen "unglücklichen Vorstoss". Offenbar ist die schweigende Duldung dieser "Bräuche" glücklicher.
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Die Freiheitsberaubung von Türkinnen in Deutschland wirkt sich u.a. so aus, dass viele "traditionell" eingebundene Frauen, da sie nicht mit fremden Männern allein sein dürfen, nachts die Büros putzen gehen. Das ist die Perspektive, die die Islamisten für alle Frauen vorsehen.

Allein in Berlin besucht inzwischen fast jeder fünfte türkische Jugendliche eine Koranschule. Dort wird die Minderwertigkeit von Frauen und Ungläubigen gelehrt und der Gottesstaat propagiert.
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9.7.10 16:53

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