FOCUSFRAUEN

Hier erscheinen die Texte der Website focus-frauen, die ab 2001 Fakten und kritische Kommentare zur Islamisierung Europas vorlegte, inzwischen fortgesetzt mit der Sichel.  Focusfrauen: http://mitglied.multimania.de/focusfrauen 

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Frauenfokus 2001 Der real existierende Islam

15 Der real existierende Islam ist nicht 'moderat'

Die Unterscheidung zwischen angeblich wahrem Islam und Fundamentalismus ist illusorisch. Der sog. Fundamentalismus ist selbst eine Ausgeburt des Islam, der in keiner Weise "liberal" ist. Der Koran als unhinterfragbare Autorität enthält zahlreiche Aufforderungen zur Diskriminierung und zur Gewalt gegen Ungläubige, von der Frauenunterdrückung ganz zu schweigen. Wenn muslimische "Feministinnen" sich zur Verteidigung ihrer Religion auf den Propheten berufen, der ein neunjähriges Mädchen heiratete, mindestens neun Frauen hatte, den beliebigen sexuellen Missbrauch von Sklavinnen befürwortete ebenso wie Steinigung und Folter, dann befinden sie sich noch im geistigen Schraubstock einer religiösen totalitären Ideologie, die von den Dissidenten und kritischen Säkularisten wie Ibn Warraq u.a. weniger schönfärberisch betrachtet wird:

Liberal Muslims think they are more liberated than their "fundamentalist" cousins because they (the Liberal Muslims) believe that by some creative re-interpretation of the Koran they will thereby bring the Koran, albeit screaming and kicking, into the 21st Century. First, it does not seem to strike these misguided liberal Muslims that they are still prisoners to an obscure, incoherent, bizarre mediaeval text, a curious amalgam of Talmudic Judaism, apocryphal Christianity and pagan superstitions (especially in the rites and rituals of the Hajj), full of barbarisms. They have not cut their umbilical cords, and are still trying to make sense of an often senseless text, more than a thousand years old. Second this desire to re-interpret has led to some willful and intellectually dishonest "re-reading" of the Koran. Feminists pretend that the "real Koran" is progressive towards women, human rights activists pretend, in the face of overwhelming evidence to the contrary that the « real Koran » is totally compatible with the Universal Declaration of Human Rights. The reality is that the Koran, and the Sharia derived from the Koran, are totalitarian constructs that try to control every single aspect of an individual's life from the way he or she urinates and defecates, the way he/she eats, dresses, works, marries, makes love, prays, to the way he or she thinks on every conceivable subject. Finally, while the Koran is open to some re-interpretation, it is not infinitely flexible.
(Ibn Warraq, Autor des Buches "Why I am not a Muslim" wurde bei einem Interview 2002 im dt. Fernsehen nur von hinter gezeigt.) Der Wahrheit ins Gesicht zu sehen kann tödlich sein.

Frauenfokus 2001 Küng und die vereinzelten Tragödien

14) Ein christlicher Theologe und die "Ehetragödien"

Auch der Theologe Küng gehört zu den Schönrednern des islamischen Rechts. Wenn er etwa in einem Vorwort zu einer Broschüre "Muslime unter Uns. Islam in der Schweiz“, Luzern 1991 sich gleich im ersten Satz gegen Bücher wendet, "die ihr Geschäft mit der Angst oder einer vereinzelten Ehetragödie machen".

An welche "vereinzelten" Tragödien unter millionenfacher Fraueneinsperrung, koranlegitimierter ehelicher Gewalt (Frauen schlange und vergewaltigen legal) und ungezählten Ehrenmorden in islamischen Ländern denkt der Theologe da wohl? Unwissenheit ist dem Manne nicht nachzusagen, die "Kultur" der Zwangsehe dürfte ihm bekannt sein. Der Satz ist schlicht zynisch. Die gesamte Gewalt gegen Frauen im Namen dieser Religion verschweigt der Gelehrte. Das patriarchale "Weltethos" wird's schon richten. Was damit gemeint ist, können wir uns vorstellen, wenn wir erfahren, dass von "vereinzelten" Tragödien kein Aufhebens gemacht werden soll.

Auch die beiden Schweizer Verfasser der oben genannten Broschüre stört die Unterwerfung der Frauen nicht im geringsten. In schöner Unverblümtheit teilen sie mit, dass Männer gegenüber den Frauen laut Koran "Vollmacht haben".

An welche "vereinzelten" Tragödien unter millionenfacher Fraueneinsperrung, koranlegitimierter ehelicher Gewalt (Frauen schlange und vergewaltigen legal) und ungezählten Ehrenmorden in islamischen Ländern denkt der Theologe da wohl? Unwissenheit ist dem Manne nicht nachzusagen, die "Kultur" der Zwangsehe dürfte ihm bekannt sein. Der Satz ist schlicht zynisch. Die gesamte Gewalt gegen Frauen im Namen dieser Religion verschweigt der Gelehrte. Das patriarchale "Weltethos" wird's schon richten. Was damit gemeint ist, können wir uns vorstellen, wenn wir erfahren, dass von "vereinzelten" Tragödien kein Aufhebens gemacht werden soll.

Sie wissen auch: "Die Frau soll ihrem Mann sexuell zur Verfügung stehen." Dazu zitieren sie Sure 2,223. Sie finden diese Ungeheuerlichkeit nicht des leisesten Kommentars für bedürftig, sondern wiegeln sofort ab durch Hinweise auf das frühere Schweizer Recht. So versuchen sie, das krass dikriminierende Erbrecht damit zu relativieren, dass es die Witwen gleich behandle wie das alte Schweizer Eherecht. Als machte das die Sache besser. Vielleicht ist es ja das neuere Schweizer Patriarchat, das in ihren noch ungebrochen Köpfen steckt und ihnen das islamische so vertraut macht.
Die Polygynie sei eher ein Zugeständnis an die soziale Wirklichkeit zur Zeit Mohammeds, schreiben sie einfältig, und verschweigen sorgfältig, dass sie noch heute islamweit praktiziert wird. Treuherzig versichern sie, der Mann könne nicht zu seinem Vergnügen einfach eine jüngere Frau heiraten, und zitieren dazu aber:

"...heiratet, was euch an Frauen beliebt. Wenn ihr aber fürchtet, sie nicht gleich zu behandeln, dann nur eine."

So als ob letzteres die beliebige Verfügungsmacht des Mannes über eine, zwei, drei, vier Frauen einschränke. Dass die Frau dagegen keinen Einspruch erheben kann, interessiert die Verfasser nicht. Zu heiraten, was ihm an Frauen beliebt, scheint für sie eine Art soziales Verhalten des Mannes zu sein, Sorge für arme Waisenmädchen. So kann mann das Mannesvergnügen an der Sexualsklaverei ja auch drehen.

Die Frau sei für die Mutterschaft geschaffen. "Eine Matte in einem Winkel des Hauses ist besser als eine Frau, die nicht gebiert", zitieren sie, um die Hochschätzung der Mutterschaft zu unterstreichen. Gebärzwang gleich Hochschätzung.
"Von Muslimas, die die Verhältnisse in der Schweiz gut kennen, wird immer wieder darauf hingewiesen, dass die Gleichheit von Mann und Frau von den Schweizer Gesetzen und der Bundesverfassung postuliert wird, aber die Realisation zu wünschen übrig lässt."

Wie sehr die Scharia zu wünschen übrig lässt, darüber verlieren sie kein Wort. Und dazu lassen sie auch keine Ex-Muslima zu Wort kommen, die dagegen protestiert, wie etwas verfolgte Frauen aus dem Iran, die wissen, wovon sie reden.
Freilich kommt die Schweizer Rechtsprechung bereits dem islamischen Recht entgegen. Vor einigen Jahren gab das Bundesgericht in Lausanne einem moslemischen Vater Recht, der seiner Tochter den Schwimmunterricht verbat. Die Meinung der Mutter wurde erst gar nicht berücksichtigt, denn sie war für den  Unterricht, wie auch die Tochter. Aber das patriarchale Gericht gab dem Vater Recht gegen die Schweizer Verfassung. Dieses Urteil zeigt, wo's lang geht nach Scharia, auch in der Schweiz.
 

Auch die Existenz von Frauenhäusern wird herangezogen, um die Ungleichstellung der Frauen im Islam zu relativieren. Nur ist das Verprügeln der Ehefrau nach hiesigem Recht ein Delikt, und die westliche Kultur verfügt nicht über ein heiliges Buch, das die Gläubigen auffordert:

"Und wenn ihr fürchtet, dass eure Frauen sich auflehnen, so vermahnt sie, meidet sie im Ehebett und schlagt sie." (Sure 4/34)

Das Schönreden barbarischer Bräuche im Namen der Religion ist eine weit verbreitete Übung in vorauseilendem Gehorsam. So heisst es verharmlosend:
"Dass die Rollen von Frau und Mann verschieden sind, streitet niemand ab."

Dass mann das Recht hat, Frauen einzusperren bis zur totalen Segregation, zur Geschlechterapartheid, wird allerdings von vielen Frauen bestritten. Hier wird mal wieder Entrechtung mit Unterschieden begründet,  die nicht bestritten werden. (Die Rollen von Juden und deutschen waren unter den Nazis auch verschieden.)

Die Verfasser können nicht abstreiten: 
"Zum Schutz der Familienehre werden auch heute noch die Mädchen von ihren Eltern möglichst früh verheiratet."
In der Scharia ist nicht von Eltern die Rede, sondern nur von Vätern und vom Vormund des Mädchens. "Ein mehr oder weniger deutliches Drängen" dürfte doch normal sein, meinen die Gemütsmenschen, die die Verbrechen der Zwangsehe mit allen Mitteln zu verharmlosen suchen. Nicht die Ehe mit freier Partnerwahl sei das Normale, sondern die arrangierte Ehe. Die "im Westen übliche "Liebesehe", die in vielen Fällen vor dem Scheidungsrichter ende, werde "in östlichen Ländern" nicht verstanden.

Wie die Zwangsehe von den Mädchen verstanden wird, die sich ihr durch Selbstmord zu entziehen suchen, ist diesen Männern kein Begriff.  Eine wahrlich warmherzige Verteidigung des kriminellen Terrors der Zwangsehe. Dass letztere auch weniger leicht geschieden werden kann von Seiten der Frau, ignorieren die Verfasser dieser  Sexuzelterrorverniedlichungsbroschüre. Was der Frau in "östlichen Ländern", sprich islamischen, blüht, wenn sie die Scheidung sucht aus unerträglichen Gewaltverhältnissen, darüber gibt der Bericht von Amnesty International über die Ehrenmorde Aufschluss.

Zudem behaupten diese Burschen wider besseres Wissen, dass Liebesehen in den "östlichen Ländern", sprich islamischen Ländern nicht verstanden würden. Sie werden sehr wohl verstanden, und zwar von allen Frauen, die einen Mann ihrer Wahl heiraten wollen, sich heimlich mit einem Freund treffen  und deswegen ermordet werden. Aber die Meinung der ermordeten Frauen zählt nicht für die Verfasser.

Die Erziehung sei "geschlechtsspezifisch", heisst es verharmlosend. Die Mädchen müssen lernen, sich "zu bedecken", es solle "dem Mädchen bewusst gemacht werden, dass seine Bestimmung als Frau nicht darin liegt, sich als Sexualobjekt...zu demonstrieren..." Klingt geradezu so, als werde die Frau besonders respektiert. Worin liegt denn die Bestimmung als Frau, wenn eine Fussmatte mehr wert ist als eine Frau, die nicht gebiert, wenn eine Frau ein Acker ist, den der Mann bestellen kann sooft er will und wie er will, - wenn die Frau, die sich auflehnt, geschlagen werden darf und soll? Was ist das anders als die Reduktion der Frau auf ein Sexualobjekt zur Verfügung des Mannes?

Als was werden die Frauen angesehen, die sich nicht von Kopf bis Fuss bedecken?

Die Scharia macht ganz klar, was die Bestimmung der Frau ist. Die "islamische Nation zu vermehren."

Dass der Islam die grösste Wachstumsrate vorzuweisen habe, wissen die Verfasser. Dass das mit der Stellung der Frauen zusammenhängt, wollen sie nicht wissen. Denn sie haben an den Menschenrechtsverletzungen gegen Frau nicht das Geringste auszusetzen.
 

Die Frage des Kopftuchs wird natürlich aus der Sicht jener Frauen behandelt, die es "freiwillig" tragen. Kein Wort über den Terror gegen jene, die es wagen, sich dagegen aufzulehnen, etwa in Algerien. Kein Wort über die Frauen, denen es in die Stirn genagelt wurde.

Dass auch unter massiv Unterdrückten sich eine Akzeptanz des status quo findet, zeigt die Meinungsumfrage unter Ägypterinnen (s.o.), die zu grossen Teilen ihre erniedrigte Stellung (Prügel in der Ehe kein Scheidungsgrund) akzeptiert hatten, mangels Alternative. Aber Menschenrechtsverletzungen sind Menschenrechtsverletzungen, auch wenn sie von den Entrechteten selbst noch verteidigt werden. Man frage einmal die anderen, die nicht gehorchen, zum Beispiel die moslemischen Frauen, die aus einem islamischen Land geflüchtet sind.

Frauenfokus 2001 Ehrenmorde in Pakistan

13) Ehrenmorde in Pakistan

 

«Ehrenmorde» heisst der euphemistische Begriff für die Beseitigung einer Frau, die des Ehebruchs verdächtigt wird oder als Opfer einer Vergewaltigung «Schande» über ihre Familie gebracht hat. Vielerorts gehen die Täter nach wie vor straffrei aus. NZZ 3.7.01)

 


Ehrenmorde an Mädchen und Frauen
(nach einem Bericht von Amnesty International)

 

Das Leben der Frauen in Pakistan ist vielfach bedroht durch gewaltsame Todesarten, wie Erschiessen, Verbrennen oder Erschlagen mit der Axt, wie Amnesty International berichtet. Als Grund dafür gilt die Behauptung, sie hätten Schande über die Familie gebracht. Die Opfer werden aus allen möglichen Gründen umgebracht, auch solchen, die gar nicht zutreffen müssen, wegen angeblich unerlaubter Beziehungen oder weil sie einen Mann ihrer eigenen Wahl heiraten. Auch die Scheidung von einem gewalttätigen Ehemann kann ein Mordgrund sein. Sogar vergewaltigte Frauen müssen damit rechnen umgebracht zu werden, weil sie angeblich Schande über die Familie gebracht haben. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Anschuldigungen stimmen, es genügt ein Verdacht oder eine Beschuldigung, um von den Verwandten getötet zu werden.

 

Millionen von Frauen in Pakistan leben äusserst abgeschlossen von der Aussenwelt und unter totaler Kontrolle von Männern, die ihnen gegenüber ein Besitzrecht beanspruchen. Die männlichen Verwandten, denen sie unterworfen sind, reagieren mit Gewalt auf Zuwiderhandlungen gegen ihre Kontrolle. Das bedeutet Kontrolle über jeden Aspekt ihres Lebens, Kontrolle über ihre Körper und über ihr Verhalten.

 

Die Frauen seien daran gewöhnt, dieses Leben zu ertragen, aber mit dem Aufkommen einiger Frauenrechtsgruppen sei das Bewusstsein von der Unterdrückung auch in ihre abgeschiedene Welt gedrungen, sagt Amnesty. In dem Masse, wie sich ein Bewusstsein von Frauenrechten ausbreite, habe auch die Zahl der Ehrenmorde als Antwort auf die Befreiungsversuche einzelner Frauen zugenommen, denen jährlich Hunderte von Frauen zum Opfer fallen.

 

Über weit mehr Fälle gibt es gar keine Berichte, und die Täter bleiben in der Regel straffrei.
Staat und Polizei agieren hier als Komplizen, sie sind auf der Seite der Mörder. Auch die Justiz spielt mit in dem üblen Spiel. Wenn einmal ein Mann wegen eines solchen Mordes verurteilt wird, dann zu einer leichten Strafe.
Das ist ein eindeutiges Signal an die Täter - sie können generell mit Straffreiheit rechnen. Die Gesetze diskriminieren Frauen.

Es gibt nur wenige Frauenhäuser, wo Frauen Zuflucht finden könnten, und überdies ist Reisen gefährlich. Die Frauen müssen damit rechnen, als Freiwild missbraucht oder von ihren männlichen Verwandten gejagt zu werden.

 

Der Staat verfolgt diese Verbrechen nicht, obwohl sie unter das Strafgesetz fallen, und das obwohl die Regierung 1969 die Konvention über die Beseitigung aller Formen der Diskriminierung von Frauen (CEDAW) ratifiziert hat.

 

Entgegen der Annahme, dass kulturelle Eigenarten nicht der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte unterliegen, hat 1993 die Weltkonferenz zu den Menschenrechten der Erklärung und dem Aktionsprogramm von Wien festgehalten:

 

"All human rights are universal, indivisible and interdependent and interrelated" und die Pflicht der Staaten bekräftigt, "to promote all human rights and fundamental freedoms".

 

Die Vollversammlung der Vereinten Nationen von 1993 nahm die Erklärung über die Beseitigung der Gewalt gegen Frauen an, die die Staaten aufruft, sich nicht auf Sitte, Tradition oder religiöse Überlegungen zu berufen", um ihren Verpflichtungen nicht nachzukommen.

Amnesty International berichtet über zahlreiche Ehrenmorde, vielfach Verbrennungen von jungen Frauen, mit allgemeiner öffentlicher Unterstützung und ohne Einschreiten der Behörden oder der Justiz. Die Zahl der Ehrenmorde nehme zu und der Begriff der Ehre erweitere sich. Und vermehrt versteckten sich Mörder hinter dem Ehrenmotiv, weil sie dann kaum bestraft würden.

 

Everyone has the right to life, liberty and security of the person.
Universal Declaration of Human Rights, Article 3

 

Die Methoden der Ehrenmorde sind laut Amnesty sehr verschieden. So wurden in Sindh eine Frau und ein Mann in Stücke gehackt mit dem Beil, oft mit komplizenhafter Zustimmung der Gemeinde. In Pundjab wird mehr privat getötet, gewöhnlich durch Erschiessen. "In den meisten Fällen", schreibt Amnesty, "begehen Ehemänner, Väter oder Brüder der betroffenen Frau die Morde. In einigen Fällen entscheiden Jirgas (Stammesräte), dass die Frau getötet wird und sie schicken Männer, die Tat auszuführen."

 

Unter den Ermordeten befinden sich auch Mädchen vor der Pubertät. Die Beschuldigung lautet meisten unerlaubte sexuelle Beziehungen, oft bloss angenommene. Die Opfer haben keine Möglichkeit sich zu verteidigen oder ihre Version darzulegen Der blosse Verdacht genügt, die "Ehre" des Mannes zu verletzen, das reicht zum Töten.

 

Neben dem Ehrbegriff ist es vor allem die Behandlung der Frauen als Ware ohne Personrechte, die zur Gewalt gegen Frauen beiträgt, die, wie Amnesty festhält, tief in der Stammekultur verwurzelt ist. Die Frauen gelten als Eigentum der Männer. Sie können ausgetauscht werden, gekauft und verkauft.

All human beings are born free and equal in dignity and rights. They are endowed with reason and conscience and should act towards each other in a spirit of brotherhood.
Universal Declaration of Human Rights, Article 1

 

Diese Eigentumsrechte wirken sich besonders bei der Heirat aus, d.h. die Frauen oder Mädchen werden fast immer von den Eltern verheiratet. Die Frau wird dem Ehemann gegen Zahlung eines Brautpreises an ihren Vater übergeben. Zu dieser Art Brautpreis gehört auch die Aushändigung einer weiteren Frau an den Vater. Amnesty schreibt: "Manche Männer akzeptieren einen niedrigen Brautpreis unter der Bedingung, dass die noch ungeborene Tochter des Paares ihnen ausgehändigt wird, die dann für einen weiteren Brautpreis verheiratet werden kann." Man könne auch eine Frau anstelle des Blutgelds an einen Feind übergeben.

 

Eine Frau verwirkt ihr Leben durch sogenannt unerlaubte sexuelle Beziehungen, womit sie die angebliche "Ehre" ihrer männlichen Verwandtschaft verletzt. Familie und Nachbarn bestimmen, was das ist. Daher werden die Ehrenmorde oft in aller Öffentlichkeit verübt..

 

Das gesamte Verhalten der Frau unterliegt strengen Kontrollen. Es drohen schwere Strafen, "wenn sie das Essen zu spät bringt, wenn sie widerspricht, wenn sie unerlaubte Familienbesuche macht."

 

Im fall unerlaubter Beziehungen kommt der Mann oft davon. Er kann dem angeblich ehrverletzten Mann eine Entschädigung zahlen, auch in Form einer ihm ausgehändigten Frau. Der Handel wird von einer Jirga (Stammesversammlung) überwacht. Das Tauschobjekt Frau hat keine eigenen Rechte.

 

Das kommt aber nicht nur in rückständigen Gebieten vor, sondern auch in städtischen und verbreitet allenthalben ein Klima der Angst unter Frauen.

 

Wenn es einmal einer Frau gelingt, ins Ausland zu fliehen vor der Todesdrohung ihrer Familie, dann findet sie nur wenig Unterstützung. Die Bedrohung ihres Lebens aufgrund der Weigerung, die Zwangsheirat zu akzeptieren, wird noch kaum als Asylgrund anerkennt.

Wo die meisten Heiraten vom Vater arrangiert werden, gilt freie Partnerwahl als schwerer Verstoss gegen das Vaterrecht. Häufig beschuldigt der Vater einer Tochter, die gegen seinen Willen heiratet, das Paar der unerlaubten sexuellen Beziehung, angeblich ist die Heirat nicht gültig und der Vater oder Bruder greift zur privaten Gewalt. Die Frau kann inhaftiert werden und anschliessend erschossen von einem Verwandten.

Totale soziale Ächtung und Ausstoss aus der Familie ist das Schicksal der Frauen, die einen Mann ihrer Wahl heiraten und geschieden werden. Nur wenn sie viel Glück haben, können sie in einem der wenigen Frauenhäuser Zuflucht finden mit ungewisser Zukunft.

 

(1) Men and women of full age, without any limitation due to race, nationality or religion, have the right to marry and to found a family. They are entitled to equal rights as to marriage, during marriage and at its dissolution.
(2) Marriage shall be entered into only with the free and full consent of the intending spouses.
(3) The family is the natural and fundamental group unit of society and is entitled to protection by society and the State.

Universal Declaration of Human Rights, Article 16

 

Wenn ein Vater die Tochter der unerlaubten Beziehung zu ihrem selbst gewählten Mann beschuldigt, händigt die Polizei sie ihm wieder aus.

 

Besonders gefährlich ist es für Frauen, die Scheidung zu verlangen, sie sind dann vielfältigen Attacken bis zum Mord ausgesetzt. Das Scheidungsbegehren gilt als Ehrverletzung.

 

Amnesty berichtet den Fall der 29jähringen Samia, Mutter zweier Kinder, die im Büro ihrer Anwältin in Lahore erschossen wurde.

 

"Sie wurde öffentlich ermordet, im Büro ihrer Anwältinnen, weil ... ihr Versuch sich von einem extrem gewalttätigen Mann scheiden zu lassen, als Schande für die Familie angesehen wurde. In den 10 Jahren ihrer Ehe hatte sie hochgradige häusliche Gewalt erlitten. 1995 kehrte sie zu ihrer Familie zurück, nach dem ihr Mann sie die Treppe hinuntergeworfen hatte, als sie schwanger war."
Sie floh 1999 nach Lahore und suchte Hilfe bei einem Anwaltsbüro und fand Zuflucht in einem Frauenhaus, das von den Anwältinnen betrieben wurde.

Zu den Anwältinnen gehörten Hina Jilani und Asma Jahangir, die gegenwärtig UN-Sonderberichterstatterin für aussergerichtliche willkürliche Hinrichtungen ist."

 

Dieser Fall eines offenen Mordes in Gegenwart zweier bekannter Anwältinnen zeigt, wie sicher sich die Täter fühlten. Sie konnten sicher sein, dass sie nicht gerichtlich zur Rechenschaft gezogen werden würden. Sie mussten nicht mal ihre Identität geheimhalten. Von den Beteiligten an dem Mord, Vater, Mutter und Onkel, wurde niemand verhaftet. Zeitungen in der nordwestlichen Grenzprovinz berichteten, dass "die Öffentlichkeit überwiegend den Mord billigte, wobei viele argumentierten, dass es kein Verbrechen sein könne, da es mit der Tradition übereinstimme." (Amnesty)

 

Nicht genug damit: Religiöse Organisationen verlangten, dass die Anwältinnen Hina Jilani und Asma Jahangir, die eine Klage eingereicht hatten, gemäss dem islamischen und Stammesrecht behandelt und verhaftet werden sollten, weil sie die Frauen in Pakistan irreführten und zum schlechten Image des Landes beitrügen."

 

Gegen beide Frauen wurden Fatwas erlassen und ein Kopfgeld wurde auf ihre Tötung ausgeschrieben. Asma Jahangir unternahm rechtliche Schritte und forderte die Regierung auf, eine gerichtliche Untersuchung von 300 Ehrenmorden, die allein 1989 in Pakistan begangen wurden, durch den obersten Gerichtshof anzuordnen. "Es ist nichts bekannt von irgendeiner Aktion, die in dieser Sache unternommen wurde", schreibt Amnesty.

 

Stattdessen reichte der Vater der Ermordeten und Mittäter bei der Polizei von Peshawar eine Anzeige gegen die beiden Anwältinnen ein wegen Entführung und Ermordung (!) der Tochter. Sie blieben auf Kaution frei.

Einen Monat später nahm das Obergericht von Peshawar ihr Gesuch, die Sache fallenzulassen, an, und gab Anweisung an die Polizei, nichts gegen die Anwältinnen zu unternehmen wegen dieser Klage, schreibt Amnesty.

 

Hina Jilani, ist im August 2000 vom Uno-Generalsekretär Kofi Annan auf den neu geschaffenen Posten der «Beauftragten für Menschenrechtsverteidiger» berufen worden. (NZZ 3.7.01)

 

Es ist völlig irrelevant für ein sogenanntes Ehrendelikt, ob die angeschuldigte Person ihm zustimmt oder nicht. Als unehrenhaft für die Familie gilt auch die Vergewaltigung der Frau. Das Opfer kann daher anschliessend getötet werden, weil es "Schande" über die Familie gebracht habe.

Es ist sehr gefährlich für Frauen, Anzeige wegen Vergewaltigung zu erstatten. Amnesty berichtet von einem Fall eines 16jährigen vergewaltigten Mädchens, dessen Vater Anzeige erstattete. Die Polizei nahm den Täter in Schutzhaft und händigte das Mädchen dem Stamm aus. "Eine Jirga von Stammesmännern entschied, dass sie Schande über ihren Stamm gebracht hätte und dass die Ehre nur durch ihren Tod wiederhergestellt werden könne. Sie wurde vor dem versammelten Stamm erschossen.

 

Ehrenmorde können eine gute Einnahmequelle sein. Ein beschuldigter Mann kann sich freikaufen gegenüber dem angeblich in seiner Ehre Geschädigten, zum Beispiel durch Übergabe einer Frau. Männer ziehen auch Entschädigungsgeld ein für ihre von ihnen selbst ermordeten Töchter. Nafisa Shah spricht von einer Ehrenmord-Industrie unter Beteiligung von Stammesmitgliedern und Polizei.

 

Amnesty berichtet: " Im November 1997 wurde Mussarrat Bibi, eine Mutter von drei Kindern, schwanger und sei elf Jahren verheiratet, zu Tode geprügelt von einer entfesselten Dorfbevölkerung im Distrikt Sheikupura, nachdem Gerüchte über ihr angeblich unmoralisches Verhalten aufkamen. Untersuchungen ergaben, dass der wirkliche Grund für ihren Tod darin bestand, dass sie sich geweigert hatte, ohne Bezahlung für den lokalen Landlord zu arbeiten. Zwei Personen wurde für kurze Zeit verhaftet."

 

Es gebe auch immer mehr Berichte darüber, dass Männer, die einen Mord begangen haben ohne Ehrenmotiv, anschliessend eine Frau ihrer Familie umbringen, um das ganze als Ehrenmord zu erklären, womit sie straffrei ausgehen.

Das perverse Ehrensystem mit mörderischen Folgen ermöglicht einem Mann, den eine Frau nicht heiraten will, einen anderen Mann ihrer Familie einer unerlaubten Beziehung zu bezichtigen und zu verlangen, dass die Frau ihm als Entschädigung ausgehändigt wird. Wenn das nicht ausreicht, kann er auch noch eine Frau seiner eigenen Familie umbringen, um die Behauptung der Ehrverletzung zu untermauern. Er hat dann Anspruch auf das gewünschte weibliche Objekt.

 

Wenn ein Mann seine Frau mit Kerosin übergiesst, kann er behaupten, sie habe sich selbst angezündet, um auf das Wohlwollen der Justiz zählen zu können.
Shahnaz Bokhari von der Progressive Women's Association in Islamabad sagt, dass die Organisation seit ihrer Gründung im März 1994 1,600 Fälle von Frauen registrierte, die ihn ihrer Wohnung verbrannt wurden, allein in Rawalpindi und Islamabad. Dabei handelt es sich nur um die bekannt gewordenen Fälle.

 

No one shall be subjected to torture or to cruel, inhuman or degrading treatment or punishment.
Universal Declaration of Human Rights, Article 5

 

Alle diese verbrecherischen Akte werden weithin als normal betrachtet, so niedrig ist der Status der Frauen in der Stammestradition und der Religion.
Einer Untersuchung zufolge fürchten 82% der Frauen in ländlichen Gegenden Gewalttätigkeit des Mannes. In den Städten sind es 52%.

 

Die bedrohten Frauen haben kaum Möglichkeiten zu entfliehen. Sie kennen sich ausser Haus nicht aus, können ohne Geld nicht weit kommen und werden allein auf Reisen noch häufig Opfer von sexuellen Übergriffen. Meistens werden sie wieder eingefangen und nach Hause zurückgebracht.

 

All are equal before the law and entitled without any discrimination to equal protection of law.
All are entitled to equal protection against any discrimination in violation of this Declaration and against any incitement to such discrimination.
Universal Declaration of Human Rights, Article 7

 

Der einzige Platz, der als sicher gilt vor Ehrenmord, ist das Haus eines sogenannten Sardar, eines heiligen Mannes. Dort arbeiten die geflüchteten Frauen dann als unbezahlte Dienstmädchen und sind nicht geschützt vor Missbrauch.

 

Es gibt auch einige wenige staatliche und private Frauenhäuser, die aber angegriffen werden. Wenn eine Frau auf gerichtlichem Wege ihr Recht sucht, kann sie nicht mehr in die Familie zurück. Vielen bleibt nur noch der Selbstmord, um erzwungenen Heiraten oder "häuslicher" Gewalt zu entgehen, wozu Familienmitglieder und die Gemeinschaft anstiften..

 

Es existieren keine laut Amnesty offiziellen Zahlen über die Frauen-Selbstmorde Manchmal jedoch kämen solche Fälle ans Licht, zum Beispiel wenn ein Mädchen auf den Zugschienen gefunden wird.

Das internationale Bewusstsein von der Verantwortlichkeit des Staates für Menschenrechtsverletzungen sei in den letzten Jahren erheblich gewachsen, heisst es im Bericht., und zwar nicht nur Menschenrechtsverletzungen durch Staatsvertreter, sondern auch solchen von privaten Tätern, die der Staat ignoriert: "Wenn der Staat nicht mit der nötigen Sorgfalt vorgeht zur Verhinderung, Untersuchung und Bestrafung von Missbräuchen, einschliesslich Gewalt gegen Frauen im Namen der Ehre, ist er verantwortlich gemäss internationalem Menschenrechtsgesetz."

 

Die Regierung habe keinerlei Massnahmen ergriffen, den Ehrenmorden ein Ende zu machen. Weder bekämpfe sie die Wurzeln dieses Übels noch mache sie Schluss mit der Straffreiheit der Täter. Hinzu kämen diskriminierende Gesetze. So bestehe diese Praxis weiter fort.

 

Auch gegen diejenigen, die die beiden Anwältinnen mit dem Tod bedrohten, wurde nichts unternommen.
Daher ist die Regierung mitschuldig an diesen Zuständen.

 

State Parties shall take all appropriate measures: (a) To modify the social and cultural patterns of conduct of men and women, with a view to achieving the elimination of prejudices and customary and all other practices which are based on the idea of inferiority or the superiority of either of the sexes or on stereotyped roles for men and women.
Convention on the Elimination of All Forms of Discrimination against Women, Article 5

 

Auch die umfangreichen Empfehlungen der Untersuchungskommission für Frauen, die unter Leitung des Senats von Pakistan eingesetzt wurde, sind nicht umgesetzt worden, schreibt Amnesty. So dauerten Ehrenmorde und andere Gewalttätigkeiten an

 

Der Status der Frauen zwischen Stammes-Ehrencodes und islamischem Recht bedeute ein Klima der Unterdrückung. Traditionelle Normen, islamische Vorschriften in Pakistanischer Version (islamistisch) und das Gesetz bestimmen das Leben der Frauen hinsichtlich Vermögen, Heirat, Scheidung, sexuellen Beziehungen, Vergewaltigung und Vormundschaft.

 

Solange die Frauen noch eingesperrt sind in die häusliche Sphäre unter Kontrolle der Männer, können sie keinen Gebrauch machen von den fundamentalen Menschenrechten.
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"Unter den Gesetzen sind es vor allem zwei, die Frauen in Pakistan benachteiligen, beide eingeführt im Namen der Islamisierung des Rechts", sagt Amnesty: Das 1990 eingeführte Gesetz von Qisas und Diyat betrifft Delikte, die sich auf Körperverletzung, Tötung und Mord beziehen.

 

Danach werden die Delikte so definiert, dass sie nicht gegen die gesetzliche Ordnung des Staates gerichtet sind, sondern gegen das Opfer.

 

Ein Richter des obersten Gerichtshofs erklärte:

 

"Im Islam behalten das individuelle Opfer oder seine Erben von Anfang bis Ende völlige Kontrolle über die Angelegenheit einschliesslich des Verbrechens und des Verbrechers. Sie können (wenn sie wollen) es nicht berichten, sie können den Delinquenten (wenn sie wollen) nicht verfolgen. Sie können die Verfolgung freiwillig fallenlassen nach. Sie können dem Verbrecher vergeben in jedem Stadium vor der Vollstreckung des Urteils. Sie können auch eine finanzielle oder andere Genugtuung annehmen, um das Verbrechen zu sühnen und den Verbrecher zu entlasten. Sie können Kompromisse schliessen. Sie können quisas (eine dem Delikt entsprechende Bestrafung) akzeptieren vom Delinquenten."

 

Das ist ein deutliches Signal an die Verbrecher, das besagt, dass Morde von Familienangehörigen eine Familienangelegenheit sind und ihre Verfolgung nicht zwingend geboten ist. Sie lässt sich vermeiden und soll auch tunlichst vermieden werden.

Eine weitere Bestimmung des Gesetzes von Quisas und Dijat: Die Höchststrafe für Mord (Todesstrafe) wird nicht verhängt, wenn der Erbe der Ermordeten ein direkter Abkömmling des Mörders ist. M.a.W. wenn ein Mann seine Frau umbringt, mit der er ein Kind hat, bekommt er höchstens 14 Jahre.

 

Ein Mann, der seine Frau oder Tochter aus Gründen der "Ehre" tötet, kann auch "schwere und plötzliche Provokation" nach Abschnitt 300(1) des Pakistanischen Strafgesetzes (PPC) geltend machen: In diesem Fall gilt die Tötung einer Person, "die die Provokation beging“, nicht als Mord.

 

Männer, die ihre Frauen oder Töchter umbringen, weil sie angeblich Schande über sie gebracht haben, könnten daher mit mildernden Umständen rechnen, die nicht für Frauen gelten. Als schwere und plötzliche Provokation gelte schon, dass ein Mann einem anderen erzählt, seine Frau betrüge ihn.
Obwohl diese Bestimmung nicht mehr gelte, werde sie immer noch angewandt, schreibt Amnesty.

 

(1) State Parties shall accord to women equality with men before the law.
Convention on the Elimination of All Forms of Discrimination against Women,
Article 15

 

Oft spiele die Polizei auch Sittenwächter statt Gesetzeshüter. Väter bedienten sich gern der Polizei, um ihre erwachsenen Töchter gesetzeswidrig einsperren zu lassen, wenn sie einen Mann ihrer Wahl geheiratet haben.
"Trotz zahlreicher Urteile, die bestätigen, dass die erwachsene Frau das Recht hat, ohne Zustimmung ihres männlichen Vormunds zu heiraten, nimmt die Polizei weiterhin Anzeigen wegen Entführung und "zina" (unerlaubte Beziehungen) gegen Frauen, die von diesem Recht Gebrauch machen, entgegen, selbst wenn die Polizei leicht feststellen könne, ob das Paar verheiratet ist, und also weder der Entführung noch der "zina" schuldig."
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Weniger leicht nimmt die Polizei hingegen Klagen von Frauen entgegen, die von ihren Männern oder ihrer Familie misshandelt werden. Sie fordert sie lieber auf, nach Haus zurückzugehen. Erscheint ein Ehemann bei der Polizei, der seine Frau umgebracht hat wegen "unerlaubter Beziehungen", unternimmt die Polizei am liebsten nichts.

 

In manchen Gegenden werden null Prozent Ehrenmorde bekannt, weil die Polizei Bestechungsgelder annimmt. Manche Polizeistationen gelten als Goldminen wegen der hohen Anzahl von Ehrenmorden. In Jacobabad wird die Zahl der Ehrenmorde auf 55 bis 60 pro Monat geschätzt. Schon angesichts des lukrativen Aspekts sei die Polizei nicht interessiert daran, dem Treiben ein Ende zu setzen, stellt Amnesty fest..

 

Everyone has the right to an effective remedy by the competent national tribunal for acts violating the fundamental rights granted him by the constitution or by law.
Universal Declaration of Human Rights, Article 8

 

Frauen die nach angeblicher Entführung wieder eingefangen werden und solche, deren Vater die Heirat mit dem Mann ihrer Wahl anficht, werden gewöhnlich in staatlichen Gewahrsam genommen, bis die Gerichte den Fall entschieden haben - sie werden vom Gericht als "crime property" behandelt. Das Recht der Frauen auf Freiheit und Gleichheit wird durch die rigiden patriarchalen Normen, bis vor Gericht, missachtet.

 

"In der Justiz ist man zum Teil der Überzeugung, dass jedes Eingreifen in die patriarchale Struktur der Gesellschaft die Gesellschaft zerreisst und dass man verpflichtet sei, solcher Umwälzung vorzubeugen."

 

Eine Struktur der Gesellschaft, die die Hälfte der Bevölkerung ihrer Grundrechte beraubt.

Die Gerichte sprechen seltsames Recht. Sie finden auch mildernde Umstände, wo keine zu beweisen sind. So in einem Fall, wo der angebliche Ehebruch der ermordeten Frau durch nichts bewiesen werden konnte.

 

„'Der Täter hatte zwei Kinder von seiner verstorbenen Frau', heisst es in der Begründung der mildernden Umstände, 'und wenn er den extremen Schritt tat, ihr das Leben zu nehmen, indem er ihr wiederholte Messerstiche zufügte, dann muss sie etwas Ungewöhnliches getan haben, um ihn in diesem Masse wütend zu machen."

 

Hier ist die Tat selbst der Entlastungsgrund für die Tat!
Das Opfer muss schuld sein, als Opfer muss es die Tat provoziert haben.

 

Vor dem High Court von Lahore erklärte 1994 der Anwalt eines Mannes, der seine Schwester schwer verletzt und einen Mann erschlagen hatte, den er angeblich mit ihr zusammen angetroffen hatte, dass in einer islamischen Gesellschaft eine Person, die sich öffentlich dem "zina" (unerlaubte Beziehung) hingebe, es verdiene, auf der Stelle "erledigt" zu werden. So ein Mord sei mehr eine religiöse Pflicht als ein Delikt. Der Richter soll gesagt haben:

 

"Prima facie, bin ich geneigt, dem Verteidiger zuzustimmen.

 

Auch Heiraten gegen den Willen des Vaters stellen für viele Gerichte eine Ehrverletzung desselben dar und rechtfertigen es, dass er "die Kontrolle verliert" und die Tochter tötet. Sie fallen also unter die mildernden Umstände.

State Parties shall....undertake: ....
(c) to establish legal protection of the rights women on an equal basis with men to ensure through competent national tribunal and other public institutions the effective protection of women against any sort of discrimination
; ......
Convention on the Elimination of All Forms of Discrimination against Women, Article 2

 

In Pakistan werden jährlich mehr als tausend Frauen Opfer der "Familienehre". (NZZ 3.7.01)

 

Die Informationen dieses Textes stammen von Amnesty International.

 

Die libanesische Autorin Eveline Boutros zum Verbrechen des Ehrenmords:
«Der orientalische Ehrenkodex bringt alle (religiösen) Gemeinschaften zusammen in einem elften Gebot, das da lautet: Die Ehebrecherin hat ohne Schwäche noch Ausflucht zu Tode gesteinigt zu werden.»

 

Im Neuen Testament gibt es dazu eine ganz andere Botschaft als in der Scharia. Diese Vollstreckung der Todesstrafe durch Steinigung wird in Ländern, die islamisches Recht anwenden, vollzogen.

 

Die männliche «Ehre» über die «Reinheit» der Frau zu definieren, sei offensichtlich allen archaisch-patriarchalischen Gesellschaften eigen, schreibt die NZZ.

 

So wird die barbarische Praxis des islamischen Rechts relativiert. Nur in islamischen Ländern wird heute noch gesteinigt, und das in Übereinstimmung mit der Scharia.

 

Der tunesische Soziologe Abdelwahab Bouhdiba wiegelt dieses Sachverhalt ab, indem er erklärt, die Unterdrückung der Frau sei keineswegs im Islam verwurzelt. Er konstatiert:

 

«Die sexuelle Entfremdung - und sogar Unterdrückung - moderner muslimischer Frauen ist nicht Resultat der islamischen Sicht der Sexualität, sondern
sozialen und wirtschaftlichen Druckes.»

 

Der Mann will nicht wahrhaben, was angewandte Scharia heisst. Ganz abgesehen davon, dass das barbarische Männermordrecht nicht auf "wirtschaftlichen" Druck zurückzuführen ist, genausowenig wie Vergewaltigungen, nach denen die Frau bestraft wird, sondern eine genuine Form krimineller Brutalität ist, die "kulturell" gerechtfertigt wird.
Keineswegs gebietet das islamische Recht diesen Praktiken Einhalt, im Gegenteil, es bestärkt und legitimiert sie, wie das Beispiel Pakistans zeigt. Ehrenmorde kommen auch in anderen Ländern vor, wie Brasilien und Italien, aber nicht mit ausdrücklicher Billigung der Justiz und nicht in diesem seuchenartigen Ausmass.

 

Pakistan gehört wie die Türkei und Jordanien zu den Ländern, in denen diese beschönigend «Ehrentötungen» genannten Morde zunehmen.

 

In Jordanien gibt es eine Bewegung, die dagegen angeht.
Ihr gehören auch Mitglieder der Königsfamilie an. Im Februar 2001 gab es eine Demonstration vor dem Parlament mit dem Anliegen, dass Artikel 340 des Strafgesetzes geändert werde, der den Täter eines "Ehrenmordes" von der Strafe freistellt. Prozentual hat das kleine Jordanien die weltweit höchste Rate dieser Todesart. Den Abgeordneten machte die Petition keinen Eindruck.

 

Die islamistische Opposition hatte bereits eine Fatwa, ein religiöses Dekret, veröffentlicht, in welchem eine Änderung des Paragraphen als «Verletzung der Werte der Ehre der Familie» abgelehnt und als «gegen den Islam gerichtet» bezeichnet wurde.

 

"Tatsächlich verurteilen weder das islamische noch das viele Bereiche des täglichen Lebens regelnde Stammesrecht solche Praktiken" schreibt die NZZ. Zu präzisieren wäre, dass sie es ausdrücklich billigen. Im Schutz des islamischen Rechts geniessen die Ehrenmörder Respekt und Anerkennung.
Die jordanische «Kampagne zur Ausrottung der Ehrenverbrechen» wurde von Human Rights Watch ausgezeichnet.

 

In Bangladesh ist die kriminelle Seuche der Säureattentate weit verbreitet. Es genügt, das eine junge Frau den Heiratsantrag eines jungen Mannes ablehnt, um Säure ins Gesicht geschüttet zu bekommen. Die Täter werden kaum bestraft. Der Terror gegen die Frauen ist so gross, dass das Opfer oft in die Ehe mit dem Täter einwilligt.

 

Dass auch die betroffenen Opfer selbst oft glauben, Schande über ihre Familie gebracht zu haben, erinnert uns an die Hexenverfolgung, wo die Opfer unter Folter sich schuldig bekannten. Der enorme Psychoterror, den das mörderische Klima für die Frauen bedeutet, ist nur noch mit der Folter zu vergleichen.

 

 

 

Frauenfokus 2001 Steinigungen im Iran

12) Zu Tode Steinigen im Iran

Ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit unter dem Mullah-Regime

Die Steinigung ist schon vor dem Islam praktiziert worden in arabischen Ländern, aber sie findet nur in islamischen Ländern statt, wo die Scharia herrscht, das islamische Recht.

Im Iran ist Steinigung die Todesstrafe nach Mullah-Art.

  • "Die Verurteilten werden von Kopf bis Fuss in weisse Tücher gewickelt und bis zu den Hüften eingegraben. Dann beginnt das Steinigen. Die Steine werden speziell ausgewählt, so dass sie gross genug sind, um Schmerzen zu verursachen, aber nicht so gross, um den Verurteilten sofort zu töten. Sie garantieren den Opfern einen langen qualvollen Tod.  Manchmal werden ihre Kinder gezwungen zuzuschauen. Das Vergehen ist gewöhnlich Ehebruch." (Washington Post)

Meistens werden Frauen gesteinigt (oft Prostituierte). Wenn sie Mütter sind, müssen ihre Kinder oft von Gesetzes wegen der Grausamkeit zuschauen., Artikel 83 des Strafgesetzes, genannt das Gesetz von Hudud sieht für Ehebruch Auspeitschen vor (100 Peitschenhiebe), für Unverheiratete beiderlei Geschlechts.

Auch das Auspeitschen ist eine Strafe, die schwere Körperverletzungen mit sich bringt. So wurde eine Frau in Teheran, die sich von einem Kollegen im Wagen nach Hause bringen liess, von den Religionswächtern aufgegriffen und ausgepeitscht Sie verlor dabei ein Auge. (>Renate Golombek)

Verheiratete Ehebrecher können gesteinigt werden unabhängig von ihrem Geschlecht., aber die Methode, die für einen Mann vorgeschrieben ist, besagt, dass er bis zur Hüfte eingegraben wird, und für eine Frau bis zum Hals (Artikel 102) 

Artikel 104 des Gesetzes von Hudud sieht vor, dass die Steine nicht so gross sind, dass eine Person nach zwei Steinwürfen stirbt, und nicht so klein, dass sie Kieselsteine sein könnten, sondern sie müssen schwere Verletzungen bewirken. Das bezweckt einen langsamen qualvollen Tod.

Das Regime legt offensichtlich Wert darauf, dass keine Filme über die Steinigungen an eine internationale Öffentlichkeit gelangen. Seit seiner Amtsübernahme im Mai 1997 verkündet Khatami, er wolle sicherstellen, das Gesetz und Ordnung herrschen im Iran. Auf die Steinigung trifft das sicher zu.

Während in deutschsprachigen Blättern so gut wie nichts darüber zu lesen ist, berichtete Associated Press am 26.1097:

  • TEHRAN - Three men and three women have been stoned to death in public in northern Iran after a court found them guilty of adultery and prostitution, a newspaper reported Sunday.

Khatami unternahm nicht gegen diese öffentliche Steinigung, die von ortansässigen Bürgern einer Stadt nahe dem Kaspischen Meer durchgeführt wurde. Sein Kabinett unterstützt weiterhin den barbarischen Akt.

Ata'ollah Mohajerani, der Kulturminister des Regimes:

  • "Ohne Zweifel müssen wir alle islamischen Vorschriften verteidigen. Was das Steinigen angeht, gibt es einen Koranvers, der sagt, dass eine Gruppe von Gläubigen Zeugen sein sollen. In dieser Hinsicht gibt es eine Debatte, ob die Steinigung in aller Öffentlichkeit stattfinden soll oder ob sie in Gegenwart einer begrenzten Zahl von Gläubigen an einem abgegrenzten Ort stattfinden soll."

Der Minister für Kultur führte aus:

  • "Wir sollten die Interessen unseres Landes im Auge halten in einer offenen Atmosphäre internationaler öffentlicher Beziehungen Wäre es in unserem Interesse, wenn ein Akt der Steinigung gefilmt würde und im Ausland vorgeführt? Wenn nicht, dann sollten wir darauf bedacht sein, das Urteil vor einer kleinen Menge von Gläubigen zu vollstrecken, um einer öffentlichen Reaktion zuvorzukommen." Nach Daily Ressalat, 9.4.98

Das Steinigen von Frauen im Iran Seit Beginn der Mullah-Herrschaft wurden Hunderte von Frauen verschiedensten Alters zu Tode gesteinigt und werden es noch immer. Aus dem Bericht des UN-Beauftragten für den Iran geht hervor, dass die Behörden versuchen, die Tatsache der Steinigung herunterzuspielen, so als komme sie nur in abgelegenen und rückständigen Gegenden vor. In Wirklichkeit ist das Regime für diese Terrorakte verantwortlich.

Grausame Strafen und die Todesstrafe finden aufgrund von Gesetzen der islamischen Republik statt. Es gibt auch eine gesetzliche Bestimmung, wonach ein Steinigungsopfer, dem es noch gelingt, sich zu befreien (Männer bis zu den Hüften, Frauen bis zum Hals eingegraben), frei sein soll. Die Frau hat praktisch keine Chance zu entkommen.

Der Iran hat das Internationale Abkommen über zivile und politische Rechte unterzeichnet: Artikel 6 (2) heisst:

  • "Die Todesstrafe kann nur für die schlimmsten Verbrechen gemäss dem Gesetz verhängt werden, das zur Zeit, als das Verbrechen begangen wurde, in Kraft war."

Interessanterweise schliessen Delikte, für die das Gesetz von Hudud die Todesstrafe vorsieht, nicht Mord oder schwere Körperverletzung ein. Aber Ehebruch ist in den extrem patriarchalen islamistischen Gesellschaften ein schweres todeswürdiges Verbrechen.

Das oberste Gericht in Teheran ist für alle Hinrichtungsbefehle und Steinigungsurteile zuständig. Sie bedürfen seiner Zustimmung, egal wo sie erlassen worden sind. Das Regime kann also nicht die Verantwortung dafür zurückweisen.

Wenn es einer Frau einmal wunderbarerweise gelingt, sich während der Steinigung zu befreien, wird sie wieder eingefangen und erschossen. Hier hält man sich also nicht an das "Gesetz". Am 10. August 1994 gelang es einer Frau in Arak, deren Kinder bei der Steinigung zusehen mussten, sich zu befreien, nachdem ihr schon beide Augen ausgeschlagen waren. Als sie wegrennen wollte, fingen die Wächter des Regimes sie wieder ein und erschossen sie. Dasselbe gelang 1989 einer Frau in Qom, mit demselben Ausgang. Der oberste religiöse Richter von Qom, Mullah Karimi, rechtfertigte den Mord gegenüber der Zeitung Ressalat newspaper:

  • "Im allgemeinen fordern gesetzliche und religiöse Bestimmungen über eine Person, die zur Steinigung verurteilt wird, ihre Steinigung, wenn ihre Schuld aufgrund von Zeugenaussagen bewiersen ist. Selbst wenn sie mitten in der Durchführung der Steinigung entkommen sollte, muss sie zurückgebracht und zu Tode gesteinigt werden."

Es gibt noch weitere Brutalitäten neben der Steinigung. So wurde zum Beispiel im Mai 1990 in Neyshabour (Nordost-Iran) eine Frau, die des Ehebruchs angeklagt war, von einem zehn Stock hohen Gebäude gestürzt. Die Exekution wurde öffentlich durchgeführt.

Innerhalb Irans werden die Hinrichtungen gross verkündet, im Ausland werden sie schlichtweg abgestritten. So antwortete Rafsanjani in einem Interview mit "Le Figaro" vom 10. September 1994, auf die Frage "Werden Frauen, die des Ehebruchs angeklagt sind, gesteinigt im Iran?" mit:

  • "Nein, solche Dinge gibt es nicht im Iran. So etwas wird fabriziert, um uns zu schaden."

Auch die von Khatami zur Vize-Präsidentin ernannte Massoumeh Ebtekar, vermeidet es, sich zur Steinigung zu äussern. Von ausländischen Medien befragt, streitet sie die Verantwortung der Regierung dafür ab.

Während des Freitagsgebets im Mai 1998 in der Provinzhauptstadt von Kermanshah (der grössten Stadt in Westiran) hatte Mullah Zarandi das Folgende zu sagen zur Notwendigkeit, Steinigungen durchzuführen:

  • "Die Sicherheitskräfte müssen mehr Präsenz zeigen in der Gesellschaft. Um ein Exempel zu statuieren für andere, sollte die Gerichtsbarkeit auch einige von denen, die gewählt werden, zu den städtischen Plätzen bringen und ihre Hände amputieren. Sie sollten auch eine Reihe von Steinigungen erleben. Ich verspreche, dass die Gesellschaft verbessert wird“.

Amnesty International berichtet vom Fall einer Frau im Iran, die am 11. August 1997 öffentlich gesteinigt und für tot gehalten wurde. Sie erwachte in der Leichenhalle und wurde in ein Krankenhaus gebracht. Amnesty setzte sich dafür ein, dass sie nicht ein zweites Mal gesteinigt wurde. Ihr weiteres Schicksal ist uns nicht bekannt.

PROSTESTE GEGEN STEINIGUNEN UND ANDERE TORTUREN AN:

1) Leader of the Islamic Republic His excellency Ayatollah Sayed Ali Khamenei

  • The Presidency,
  • Palestine Avenue Azerbaijan Intersection,
  • Tehran, Islamic Republic of Iran

Telegrams:

  • Ayatollah Khamenei,
  • Tehran Iran
  • Faxes: + 98 21 650203 (via Interior Ministry, ask for fax to be forwarded)
  • Salutation: Your Excellency

2) President Hojjatoleslam val Moslemin Sayed Mohammad Khatami

  • The Presidency,
  • Palestine Avenue Azerbaijan Intersection,
  • Tehran, Islamic Republic of Iran

Telegrams:

  • President Khatami,
  • Tehran Iran
  • Faxes: + 98 21 67490 (via Foreign Affairs, ask for fax to be forwarded)

Salutation: Your Excellency

___________________ 

Nach einem Bericht von Amnesty International, International Secretariat, 1 Easton Street, London WC1X8DJ, UK

Tel: (44)(171) 413 5500 Fax: 956 1157

Telegrams: Amnesty London WC1 Telex: 28502

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In Nigeria wo kürzlich Demonstrationen für die Einführung der Scharia im ganzen Land stattfanden, werden auch vergewaltigte Mädchen und Frauen gesteinigt, wenn sie die Vergewaltigung anzeigen, wie kürzlich ein Mädchen es tat, das nach der Vergewaltigung schwanger wurde. Es soll gesteinigt werden. (Marburger Zeitung 5.11.01) Ähnliche Verbrechen werden in Pakistan begangen . Unruhen waren ausgebrochen, als in dem religiös gemischten Bundesstaat Kaduna mit einem 40-prozentigen Anteil von Christen die Scharia eingeführt werden sollte.

Frauenfokus 2001 Frauenmord straffrei

11) Ehefrauenmord im Irak straffrei

Im Irak ist der Islam laut der Verfassung Staatsreligion. 95% der Bevölkerung sind Muslime.
Mit der Machtübernahme durch die Baath-Partei im Juli 1968 wurde erstmals auch die Gleichheit der Geschlechter propagiert. Das Parteiprogramm verkündete "Tahrir", die Befreiung der Frau, als integralen Teil der Befreiung des irakischen Volkes und somit als eines der Hauptziele der sozialistischen Revolution. Frauen erhielten das Recht auf die Beantragung der Scheidung sowie das Recht auf Landbesitz. Eltern wurde es gesetzlich untersagt, ihre Töchter zu einer Ehe zu zwingen und Polygamie war offiziell verboten. Nach dem zweiten Golfkrieg wurde die Polygynie jedoch wieder zugelassen. Die auch in der Verfassung verankerte Gleichheit der Geschlechter scheitert in der Praxis allerdings an den festgefahrenen islamischen Traditionen. Frauen sind immer noch vielfach diskriminiert und unterstehen weiterhin der Kontrolle von Männern. So dürfen Frauen unter 45 Jahren nicht alleine ins Ausland reisen und die Zwangsheirat ist nach wie vor verbreitet. Jeder Mann hat das Recht, seine Frau wegen "unmoralischen Taten" zu töten, der Frauenmord wird gesetzlich nicht verfolgt.

Frauenfokus 2001 Vergewaltigung

10) Vergewaltigung in Saudi-Arabien

Das Opfer wird für die Tat bestraft

Wenn in Saudi-Arabien eine vergewaltigte Frau Anzeige erstattet, wird sie oft wegen «Unzucht» inhaftiert - falls sie nicht schon von ihren männlichen Verwandten vorher umgebracht wurde. Die Anzeige gilt als Geständnis. Dem Opfer drohen Auspeitschung oder Steinigung. Es reicht schon der Verdacht einer ausserehelichen Beziehung, auch nur ein Blick kann das mörderische Geschehen auslösen.